Mittwoch, 19. April 2017

Osterkleid - Vogue 9105 (MMM #55)



I like the Flowers, I like the Daffodiles.....
Dum di da di dum di da di




Narzissus und die Tulipan , die ziehen sich viel schöner an
als Salomis Seide, als Salomonis Seide.













Sofort beim Nähen des Geburtstagskleides merkte ich, der Stoff ist falsch. Das war zu wollig, zu unbügelbar und ich hatte den Plan, das Kleid zum Sommer hin nochmal in nicht zu dicker Baumwolle zu wiederholen.
Gelb schwebte mir vor und im Februar am Maybachufermarkt fand ich passenden Stoff.
Eine leichte Baumwolle mit Stickereien. 



Weil ich jetzt im April grad so gelb gepolt bin, hab ich dieses Kleid also in Angriff genommen (eins hab ich noch in petto).

Leider ist der Schnitt nicht so toll; dass ich mit der ersten Version unzufrieden war, lag nicht nur am Stoff. Das Umschlagbild 


zeigt eine sehr schräge Knopfleiste und eine ausgeprägte Oben-schmal-unten-weit-Linie. Und das gibt das genähte Teil nicht wieder. Ich habe das auch schon bei anderen Näherinnen so bestätigt gelesen. 

Nun, ich finde das Kleid trotzdem ganz nett, es ist eben anders als erwartet.

Der Schnitt ist ein Reprint von 1954, für mich wirkt es sehr 1994. Aber, hey, das war ein cooles Jahr! Ich habe 1994 damit verbracht, auf meine Volljährigkeit hinzufiebern, und das ausschliesslich in Fetzenjeans, Bundeswehrhemden oder T-Shirts, Bikerboots oder Birkenstock mit gestrickten Socken.
Ein Kleid wäre mir gar nie nicht nicht an meinen Körper gekommen und was extrem Farbiges überhaupt noch weniger.

Toll, ich darf nachholen, was mein 17jähriges Ich verpasst hat. 

Ganz komplett verpasst habe ich das allerdings nicht: gesehen hab ich solche Kleider oft, und zwar an Lehrerinnen.

Ich präsentiere euch also heute das diesjährige Osterkleid, ein Pädagoginnensommerkittel aus den frühen 90er Jahren!











Der Plan hiess "Osterkleid", doch bei uns waren die Feiertage echt verregnet und kalt. Ich war zuerst also weniger luftig gekleidet, doch am späten Vormittag des Ostermontags besann ich mich des Kleidnamens und meines Wintermantels, so dass ich es doch noch angezogen hab und zwar zum Spaziergang mit diesem Partner:





Ich wusste es doch, als ich ihn im Februar noch angegangen bin, dass ich ihn noch vor dem Herbst brauchen kann! Dieses osterglockengelbe Kleid geht jetzt rüber zum MMM .

Für euch getestet: funktioniert auch am Abend

Kommentare:

  1. In den 90igern war ich schon raus aus der Schule und habe zu der Zeit auch keine Kleider getragen, aber ich erinnere mich an diese Schnitte. Danke für den unterhaltsamen Vergleich! Dein Oster-Winter-Kleid finde ich trotzdem klasse, hat aber mit dem Schnittmusterumschlag wirklich nichts gemein. Aber ist ja egal, wichtig ist nur was rauskommt. Und das Kleid ist schön - und schön sommerlich. Möge der Sommer oder zumindest der Frühling dieses Kleid sichten und sich entsprechend verhalten. LG, Tanja

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    1. Ja, diesem Wunsch -oder soll es ein Befehl sein?- schliesse ich mich an! Obwohl der diesjährige Frühling eh schon braver ist als der 2016er, oder?
      Liebe Grüsse!

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  2. Leider sind die Illustration von Vintage Schnitten viel schöner und der Schnitt entspricht des öfteren der Illustration.(Musste ich leider auch schon feststellen) Wies mit der Mode in den 90ern stand weiss ich nicht, als Baby hat mich das noch herzlich wenig interessiert.
    Lg SAbine

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    1. Die Babymode der frühen 90er war ziemlich scheusslich, soweit ich mich erinnere. Ende der 90er gings dann wieder besser.
      Ist diese Illustration-genähtes Teil-Diskrepanz auch bei alten Schnittmusterzeitschriften so oder nur bei den Reprints der Einzelschnitte? Ich würde so gerne mal was aus der 1950er Burda probieren und da sind z.T. echte Fotos an echten Frauen drin, nicht nur Modezeichnungen. Weisst du das?
      Liebe Grüsse

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    2. Also ich hab bisher nur nach Schnitten genäht, bei denen es Fotos vom Modell gab und da entsprach mein Ergebnis der Vorlage. Allerdings bei meinen bisher einzigen Versuch ein Kleid nach einem Schnitt mit einer Illustration (Frohne) war das Ergebnis doch anders, der Rock hatte deutlich weniger Weite, als ich nach der Illustration erwartet hatte (hätte man aber in diesen Fall am Schnitt schon sehen können und ändern). Ich würde auf Schnitte mit Fotos setzen, auch wenn der Rock vielleicht weniger voluminös wirkt durch einen fehlenden Petticoat, so stehen die Chancen eindeutig besser, dass man ein ähnliches Ergebnis erhält.
      Lg Sabine

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  3. Ich mag das Kleid mit seiner fröhlichen Farbe sehr gern! Hätte das Schnittmuster aber wohl nicht erraten, die Illustration ist wirklich sehr viel 50er. Merkwürdig ... ob das schon beim Original so war oder ob das die spätere Bearbeitung ist? Nichtsdestotrotz habe ich, zumindest an diese modische Seite der 90er auch noch gute Erinnerungen ... obwohl ich niemals im Leben nicht damals ein Kleid getragen hätte, das nicht bis zum Boden reicht. Merkwürdig ist man als Teenager! :D LG, Zuzsa

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    1. Ha, die bodenlange Hippiekleiderzeit hatte ich drei Jahre vorher, mit 14. Aber in dem Alter ändern sich ja die Stile sehr schnell.
      Wegen der Illustration: ich hab das auch nur gelesen, nicht selbst recherchiert, aber angeblich werden die Schnitte bei der Neuauflage auf den modernen Körper konzipiert. Da ist dann die Zeichnung und die Idee noch original alt, aber die Masse werden angepasst an die 2017er Silhouette oder so.
      Wenn diese Aussage stimmt, kann es ja eigentlich nur komisch werden, denk ich.
      Aber wie gesagt, in diesem speziellen Fall macht es mir nichts, ich mag das Kleid.
      Liebe Grüsse!

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  4. Schickes Kleid, bei uns sind alle gelben Blumen und Blüten schon verblüht, LG Anja

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    1. Danke! bei uns sind die gelben Blüten heute eingeschneit, das ist auch nicht so schön! Liebe Grüsse

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