Montag, 27. Februar 2017

Februar - Everything is now beige

Wenn ich das Wort "beige" höre, habe ich diese Szene im Ohr:



(ab 1:00)

Deswegen musste ich erstmal nachdenken, was beige noch alles ist. Nämlich:

der Stufenrock in beige
die dunkelnude Daisy



das cremeweisse Wickelshirt
ein Kauftrenchcoat



der Autfizzrock
der goldene Cordrock



der Goldmarierock
ein beiger Kauf-Strickmantel



der Latte Macchiato-Rock
die Goldmiette



ein Rock in Farbe "Shell"


In dieser beigen Auflistung sind zwei Kaufteile dabei, die so wichtige Kombinationspartner in meiner Garderobe sind, dass ich sie mit aufgenommen habe.

Zudem habe ich wie im Januar ein paar beige Sachen festgehalten , die mir im Februar in meinem Alltagsleben begegnet sind.


Das Brainstorming zum Projekt
weggeschütteter Sand von unserer Baustelle


fast pervers, aber wahr: ich liebe Instantpulverkaffee

eine von vielen Tassen Tee im beigen Service















einer von vielen beigen Berliner Altbauten


Ich habe für mich persönlich die beige Challenge so definiert, dass ich kein konkretes neues Projekt angehen möchte, aber alle meine Reste und Lagerstoffe nach beige durchsuchen möchte, und daraus etwas herstelle.

Einiges davon waren klitzekleine Projektchen, die leicht von der Hand gingen und sich nebenher in meine Garderobe einfügen.

Ich trage oft ein Haarband, Tücher oder ähnliches, da hab ich jetzt ein neues.

 

 Aus demselben Stoff ein Unterhemdchen.




Der Stoff gefiel mir sehr gut, aber mehr war nicht davon da, als diese zwei Miniteilchen herauszuquetschen.



Das hier ist ein Schal/Tuch aus einem seidenähnlichen Druck. Er war zugeschnitten und fast fertig zusammengenäht in dem geschenkten Stoffkoffer. Ich musste nur noch eine kleine Naht schliessen.




 

Soweit so brauchbar.



Ich habe noch zwei A-Linien-Röcke fabriziert nach einem Schnitt aus der Oktoberburda 2006.
Der eine war ein reines Experiment, mittlerweile weiss ich: ein gescheitertes Experiment.











Ich habe meine ganzen beigen Stoffreste in Streifen gerissen und offenkantig in zufälliger Anordnung aneinander genäht.
Als die Flächen gross genug waren, habe ich die Schnittteile ausgeschnitten.
Ein weiterer Stoffrest in beige wurde zum Futterunterrock.

Ich mag Patchwork nicht besonders und die offenkantige Verarbeitung eigentlich auch nicht. In der Burda kam das eine Weile immer wieder vor als Designelement; ich empfinde es als schlampig oder unfertig.
Schlampig kann ich ganz ohne Design.

Hier, wo nichts verloren war, konnte ich nun beides probieren. Der Rock gefiel mir von Anfang an nicht besonders. In der Kombi mit schwarz find ich so eine Art von Rock ganz gut, aber dafür habe ich ja schon einen, der mir vieltausendmal mehr zusagt. (siehe weiter oben Autfizzrock)




Hier in einer etwas grösseren Aufnahme. So Shabby-Chic und Patchworkig....
Ich habe ihn sogar getragen und der Umwelt gefiel er. Mittlerweile hab ich ihn gewaschen und er franst natürlich arg aus - ist ja klar, das muss so bei der Verarbeitung.
Und nun weiss ich auch nicht... Direkt in die Tonne? Nochmal irgendwas verbessern?


Das Hauptteil der beigen Abenteuer ist der Rock, den ich schon an einem der letzten MMMs gezeigt hatte.

Hier frisch von der Nadel, ungebügelt:




Und hier dann noch mit einem anderen Obenrum kombiniert:


 

(Off Topic: ich bringe es nicht übers Herz, diesen Pulli zu entsorgen. Er ist aus der 95-Kilo-Zeit und war soooo viel Arbeit  -  flauschige Wolle mit 2,5er Nadeln in XXXL. Das ist Oversized-Style in Reinkultur)



Noch eine Nahaufnahme der Deko:



Ich habe am besagten MMM schon im Titel und in den Kommentaren angedeutet, dass ich hier soviele Kompromisse gemacht habe, dass ich letztendlich unzufrieden bin.

Was es hätte werden sollen / Die lange währende gute Idee in meinem Kopf:

Mir spukte seit Mitte der 2000er Jahre die Idee im Kopf herum, eine Art Jägerkostüm mit Augenzwinkern zu machen.
Also drei oder vier verschiedene Leinenstoffe zu einem weiten Faltenrock anordnen und dazu einen kleinen knappen Blazer oder eine kleine Weste in den gleichen Leinenstoffen plus einer Kontrastfarbe in rehbraun oder tannengrün.

Am Rock und Revers sollten ein paar Igel- oder Entenknöpfe sein und eine Applikation von einem Fuchsehepaar.
Ein bisschen ironisch, keinesfalls trachtig, sondern eben Waidmannstracht mit Schmunzeln.

Was es wurde / Wie zuviel Kompromisse eine Idee killen können:

Statt der drei oder vier Leinenstücke hatte ich nur noch eines ( die anderen wurden im Laufe der Jahre Schürzchen für meine Töchter. Mit Eulen(!)stickereien). Dafür fand sich ein vergessenes, undokumentiertes, uraltes Stück Vorhang oder Tischdeckenstoff in Leinenart.
Für einen weiten Faltenrock reichte die Stoffmenge nicht, und weil ich nicht dazukaufen wollte, sondern die Aufgabe hiess: Nur Reste und Lagerstoffe verarbeiten, nutzte ich den A-Linienschnitt wie beim Fetzenröckli weiter oben.
Die beiden Füchse fand ich nicht mehr und beim Rauskramen der Igel und Enten nahm ich die Herzchen und Edelweiss in einem Anflug Auchschonscheissegal gleich mit drauf.
Eine Kostümjacke hätte ich nur in totalem Kontrast machen  können, weil ja der Stoff eh schon knapp war, und das sparte ich mir aber, als ich zu unzufrieden war.
Jetzt ist es ein Landhausrock mit A-Linie.

Und genau da ist mein Problem, A-Linie ist nämlich nur knapp über knielang schön. Und das funktioniert nur im Stehen. Bei jeder Bewegung wird es mir zu sexy. Ich sollte das endlich mal lernen! Ich empfinde das Tragen wie nacktbeinig bis zum Hintern und das beeinträchtigt mich im Wohlgefühl.
Ich mag mich gar nirgends hinsetzen, mag keinen Beifahrer neben mir haben und was es sonst noch so Gelegenheiten gibt. Bei weiteren Röcken ist das einfach anders, besser.
Enge Röcke müssen Bleistift sein und weit übers Knie runter gehen.

Was mich so ärgert ist, dass ich es eigentlich weiss und immer wieder, immer wieder und immer wieder so dumme Kompromisse mache. Da verschwende ich wertvolle Nähzeit um dann was Halbschauriges zu besitzen.
Genau dieser Effekt war es, den ich von früher kenne und der mich so irrsinnig lange daran gehindert hat, Stricken und Nähen als ernstzunehmende Kleidungsproduktion wahrzunehmen.

Hier also das feierliche Versprechen an mich selber: Nächstes Mal besser drandenken!

Und trotzdem: Es hat sehr Spass gemacht! Das Auseinandersetzen mit einer bestimmten Farbe, das Überlegen, wie man Reste reduziert und diese sich durch den Monat mäandernden beigen Assozationen! Viele Dank, liebe Selmin!



Sonntag, 26. Februar 2017

Frühlingsjäckchen Knit Along 2017 - Inspirationen



Luise und Sylvia laden zum diesjährigen FJKA im MMM-Blog ein. Welch eine Freude.

Ich stricke ja sowieso immer und dauernd und oft auch Jäckchen, von dem her stellte sich bei mir die Frage nur, ob ich allein oder mit anderen zusammen ein Frühlingsjäckchen produziere.
Zusammen macht natürlich mehr Spass und es war klar, dass ich dabei bin.

Das Motto des ersten Treffens lautet:

"Ideen, Inspiration, Überlegungen - was wäre möglich, was ist nötig?"

Ich hab ein Buch, in dem ich mir Ideen und Inspirationen notiere. Auch alles, was nötig ist.
Ich musste durch den Gewichtsverlust in den letzten beiden Jahren einmal meinen Kleiderschrank komplett erneuern und das mit quasi null Gekauftem. So kommts, dass ganz vieles nötig ist, einfach weil das selbermachen halt um so viel länger dauert als das kaufen, und die alten "schlanken" Kaufteile uralt sind und auseinander fallen




Das ist die Seite mit meinen Notizen, was ich demnächst stricken muss/möchte. Zwei davon sind Tücher, die fallen also weg.
Das oberste ist ein braunes Jäckchen -ich habe soviel bunte Teile fabriziert und jetzt fehlt was dunkles, dezentes.
Der Lang-Mantel wäre endlich ein Ersatz für meinen beigen Kaufstrickmantel, der echt abgeliebt und löchrig ist, den ich aber oft brauche und nicht aussortieren kann, solange er nicht ersetzt ist.

Hier die Garne dazu:






Dann gibt es da das Allurescatjäckchen, das extrem aus der Form geraten ist.
Ich kann es so nicht mehr tragen, es ist viel zu lang und zu weit, und wenn ich es nicht zuknöpfe, rutscht es mir zuverlässig über die Schultern herunter.
Der Plan ist also, es kompelett aufzuribbeln und neu nochmal in kleiner zu stricken. Das ist auch nötig; ich vermisse es schon sehr!







Dann gibt es noch unverplante Wolle in verschiedenen rose und blauen Garnen, die ich irgendwie kombinieren müsste. Von keinem ist genug da für ein ganzes Jäckchen, also Ringel oder so? Ich habe den Sack geschenkt bekommen und bin ein bisschen ratlos....




So, ich habe ja jetzt eine Woche Zeit, um genau herauszufinden, was ich am dringendsten besitzen mag.

Auf dem MMM treffen sich die anderen, ich freu mich drauf!


http://memademittwoch.blogspot.ch/2017/02/fjka-2017-ideen-inspiration.html?m=1

Mittwoch, 22. Februar 2017

Fair Isle Knit Along - Vermelde Bezwingung!

Jaaaa!!!! Yeah!!!! Juhu!!!!





Bin fertig. Und es gefällt mir sogar wirklich mittlerweile, weil nämlich:

erstens ----> Gewöhnungseffekt, Zusammenwachsen, Konfrontationstherapie etc.

zweitens -----> ich gemerkt hab, wieviel orangene Sachen ich eigentlich habe und trotzdem noch gesund bin

drittens ------> ich sogar einen lila Stoff haben wollte, weil ich von einem lila Kleid angefangen hab zu träumen und

viertens-----> die Maschenprobe wieder mal für Nixfiaguat war und der Mesmeric Cardigan zu klein geworden ist. Und ein kurzes, knappes Jäckchen fügt sich besser in meine bestehende Garderobe als ein langes, lässiges Teil.

Tja, ich musste nur 4 Monate warten und stricken, bis ich alles anders sehen konnte als am Anfang.

Hier könnt ihr euch noch die Beiträge zu den vergangenen Treffen des Knit Alongs ansehen:

1.Teil - Als die Bekränzte an ihrem Verstand zweifelte und sich trotzdem auf in ein wahnwitziges Abenteuer machte

2. Teil - Als die Bekränzte öffentlich psychoanalysierte und sich völlig zu unrecht eine Orangephobie unterjubelte 

3. Teil - Als die Bekränzte sich als Groschenromanautorin betätigte und sich langsam Frieden und Vorfreude in ihr Herz zu schleichen begannen

4. Teil - Als die Bekränzte sich hinter den Kulissen unheimlich aufs Aufschneiden zu freuen anfing, vor den Kulissen aber mäkelte und jammerte, um sich Ansporn zu erheischen.

Das Aufschneiden wurde gefilmt:


video





Ganz am Ende, als ich dann die Knopfleiste noch dranstrickte, beschloss ich spontan, dass ich Knopflöcher und Knöpfe weglasse. Es ist ja nun mal etwas knappsitzend geworden und liesse sich nicht gutaussehend zuknöpfen.

Ein bisschen ärgere ich mich auch, dass es so knapp ist, aber ich werde es jetzt bestimmt nicht mehr ändern!

Ich mach jetzt mal eine Bilderflut, diese vielen Muster verleiten ja zum viel Anschauen.












Zum Schluss noch ein paar Details:





Vielen Dank an Stella und Mema für eure Idee und eure Organisation!


Aus den Resten wurde ein Schal. Den ich hoffentlich erst in ein paar Monaten brauche!