Sonntag, 31. Januar 2016

Inspiration ohne Ende - Summer Shawl knit Along bei mo.ni.kate

Die Ankündigung zu diesem Knitalong war einer von vielen ausschlaggebenden Punkten, dass ich  nun doch endlich mit Bloggen anfangen würde.
Weil ich nämlich grad aktuell ein Tuch angeschlagen habe. Und da dachte ich, das wäre ein guter Einstand / Anfang.

Ich hab in meinem bisherigen Strickerinnendasein einige Schals gestrickt, aber erst ein Tuch. Die haben mir früher nie gefallen, bis ich welche in der Näh-Blog-Welt gesehen habe. Da fiel mir auf, das geht auch untrachtig und unkratzig.

Das hier ist mein bisher einziges:
Von hier:
http://www.garnstudio.com/pattern.php?id=5804&cid=9 
in Farbe helloliv.


Es ist aber so, dass mir nicht viele Tücher sehr gut gefallen, deshalb kann ich auch nichts zum Titelteil "ohne Ende" beitragen. Denn meine Inspirationen erschöpfen sich in 2 Tüchern, die ich  machen möchte.

Zum einen das hier:
http://www.ravelry.com/patterns/library/frostline (das unterste in Blautönen)
bzw. die Imitation davon:
https://www.lanade.de/blog/die-geschichte-der-ostsee-martha/ (das ist eigentlich fast besser als das Original)

Und zum anderen das hier:
http://eben-julia.blogspot.ch/2015/02/ein-stricktuch.html

Ist das superschön oder was?
Ich weiss, warum Anke das so sagte. Weil nämlich manche Dinge einfach superschön sind ;-)

So, fertig mit Ideen, aber welches ich nun angefangen habe, darf ich ja dann erst am 7. Februar verraten.

Kuchen zum Tee gabs heute auch:

Latte-Macchiato-Käsekuchen






Samstag, 30. Januar 2016

Stoffe & Co. - Lachs oder Tee?

Ich war im Aldi.
Da fiel mir im Gewühl ein Paketchen in die Hände, 2 m Stoff in mainstreamigem Design und dazu 4 verschiedene Anleitungen.

Jetzt frag ich mich:
Läuft das mit dem Handarbeitszubehörszeug nun so wie mit dem Tee oder wie mit dem Lachs?

In den 90ern schossen auf einmal überall Teeläden aus dem Boden (zumindest in meiner damaligen Welt). In den meterlangen Regalen hinter und neben der Theke reihten sich Dosen nach Grün/Schwarz/Früchte/Kräuter/Roibos sortiert und darin warteten "Irish Cream", "Morgentau", "Schlechtwetter" und "Kinder-Kiba-Gummibärchen" darauf, in die kleinen grün oder goldglänzenden aromaschonenden Tütchen abgefüllt zu werden.
Auf den kleinen Anrichten und Tischen im kleinen* Verkaufsraum tummelten sich 100g-Katzendosen, 250g-Erdbeeren-auf-Pepitakaro-Dosen und Dosen im weissblauen Friesenstil. Nicht zu vergessen die Filtertüten, Siebe, Servietten und Kandissticks. Weiss, gelb oder braun, mit Aroma oder ohne, versteht sich.
Ach ja und Stövchen. Stövchen!! Was ein cooles Wort.

(* dieses viele "klein" ist kein schlampiges Korrekturlesen, es war alles klein damals. Ich habe nie, niemals einen Teeladen in gross gesehen.)

Ich war eine gute Kundin damals. Aber sowas von. Unter einer 1,7 Liter - Kanne pro Tageszeit tat ich es nicht.

Das Business explodierte und florierte und expandierte und  sogar in den Discountern hatte es dann die vielen guten, aromareichen, blumigen, cremigen Mischungen und  TGFOPs und BOPs und BPFs und und und.

Und auf einmal hastenichtgesehn kamen die Kaffeeröstereien und die Sirups in den Latte Macchiato to go und die Teelädelchen-Besitzer gingen in Konkurs oder wieder ins Uhrengeschäft an die Kasse zurück.




In den frühen 80ern gabs im Magazin "essen&trinken" Rezepte mit Basilikum und Räucherlachs und Mascarpone, ganz was Besonderes und nicht für alle Tage und schon gar nicht überall zu kriegen.

Eine kleine Zeit danach war es dann fast überall zu kriegen und dann noch ein bisschen danach war es dann definitiv überall zu kriegen. Auch bei Lidl.

Und da gibt es das immer noch. Es ist gar nichts Besonderes mehr, kein bisschen luxuriös und selten.

Und jetzt frag ich mich: Verschwindet nach den Discountern der Stoff wieder in der Nische wo er hergekommen ist, oder bleibt er allüberall da?

Und vor allem frag ich mich, warum ich mich das frage. Es ist mir ja eigentlich total und völlig egal. Ich kaufe meinen Stoff, meinen Faden und meine Wolle wo ich sie immer kaufe und die andern Leute gehen mich gar nichts an.

Aber ich musste mich das trotzdem fragen, als ich bei Aldi dieses Stoffpäckchen in der Hand hatte.
Komisch, oder?

Freitag, 29. Januar 2016

Für Frau Dr. Fettlogik

In ihrem Blog fettlogik hat Erzählmirnix einmal nach Vorher-Nachher Bildern gefragt (der konkrete Post ist auf der Startseite oben angepinnt) und es gibt auch eine Seite extra für Feedback.

Ich bin EMN sehr dankbar für ihr Buch und ihren Blog, weil sie es geschafft hat, glaubwürdig und bodenständig *, Tatsachen über Ernährung und Gesundheit zu schreiben, die ich "immer schon irgendwie" wusste, aber nie umsetzen konnte.
Sie sammelt und formuliert alles so, dass mir auf einmal ein Licht aufging und ich wie verändert war und seitdem einiges abnehmen konnte.
In meinem Kopf kommt immer das Bild von etwas, das einrastet. Eine Tresortür oder so, wo man lange rumprobieren und schrauben muss und AUF EINMAL!!!!! gehts auf.

Als Kind, Jugendliche und junge Frau war ich nie zu schwer. Ich war halt so der kleine Hobbit-Typ, breit gebaut und nicht feengleich oder langgliedrig. Das war ok, ich fand mich trotzdem gut.

Über die Jahre hat es sich schleichend und unmerklich ergeben, dass ich von 56/58kg auf zum Schluss 95kg +/- Tagesverfassung hochgeklettert bin.
Zwischendrin gab es mal einen Diätversuch, ich hatte damals 72 kg und wollte wieder runter auf um die 60 kg. Das hab ich  auch hingekriegt, mit Eiweissdrinks und Beratung bei den Eiweissdrinkverkäufern. Aber wie seltsam - nachdem in die T(D)rinkerei aufgehört hatte, kamen leise schleichend die Kilos zurück. Und nahmen noch Freunde mit.

Gesund war ich laut Arzt aber immer, also die messbaren Werte usw., gesund gefühlt hab ich mich auch ganz lange. Weil das Gewicht so schleichend kletterte, hab ich auch nie eine richtig krasse Einschränkung bemerken können, die Beweglichkeit liess nach, ich kam öfter ins Schnaufen und die Gelenke taten immer mehr weh. Aber, wie gesagt, sehr subtil.

Ich dachte mir: Schwangerschaft, Kaiserschnitt, Eisenmangel, Schilddrüsenunterfunktion und man wird ja auch nicht jünger, nicht?

Es gab mal den Ü-90-Knackpunkt:
Erinnert mich sehr an den "Kurven"-Comic, den ich leider auch nicht mehr finde. Ging irgendwie so, dass Männer Frauen mit Kurven lieben, aber die Busen-Taille-Po-Figur mehr Kurven hat als die Von-Doppelkinn-über-Brust-bis-Doppelbauch-Figur. Hahaha. Wie wahr, ihr könnt es hier sehen!

Irgendwann sah ich so aus:

 95 kg  auf 1,63 m, aber wider allen Anscheins nicht schwanger.
Da bin ich langsam dahinter gekommen, dass das nicht mehr nur breit gebaut ist.
Ich habe immer -eben so irgendwie- gewusst, ich sollte weniger essen, wusste aber nicht, was "weniger" ist. Ich wusste, ich darf geniessen, aber nicht Völlerei betreiben.
Und mir war klar: Ich esse auch zu oft, immer so dahin, plus die ganzen richtigen Mahlzeiten.
Aber wie oft ist wenig genug? Was braucht mein Körper? Wie kann ich das spüren? Was ist Genuss, was Völlerei?
Mein Hungergefühl hat mich spüren lassen, dass ich nie satt bin und vieeeeeel Süsskram haben MUSS.

Trotzdem  musste es ja das richtige Essverhalten, die richtige Figur geben. Wie bin ich denn "gemeint", welchen Körper habe ich denn wirklich? Wie ist er, wenn ich nicht das Privileg habe, ihn in unserer Zivilisation aus der Form zu bringen, sondern wenn er ist, wie er eben erfunden wurde?
Was braucht mein Körper wirklich, um gut zu funktionieren und mich durchs Leben zu tragen, und nicht wenn er kriegt, was meine Gewohnheit oder meine Gier sagt, dass er braucht?

Ich hatte zuvor mal Schwangerschaftsdiabetes und musste da wochenlang auf Zucker verzichten. Dabei hatte ich gemerkt, dass das Hungergefühl besser reguliert war und ich keinen Heisshunger bekam, kleinere Portionen brauchte.
Also war in obigem Zustand meine Idee, einfach Zucker wegzulassen.
Das hat mir 9 kg Abnahme gebracht und dann Stillstand. Ich wusste wieder: ich sollte weniger - aber was ist weniger? usw., usf., siehe oben.

UND DANN! Kam ich -wie das so meine Art ist, das Internet zu nutzen- vonlinkzulinkvonblogzublog zu Robin Urbans Themenwoche und von da zum Fettlogikblog und zum Fettlogik-E-Book und kann also jetzt ein Foto von der über halben Strecke zum Zielgewicht liefern.

Das Buch endeckt hab ich im Juni, bis zum Advent hab ichs bis 73 kg geschafft und über die Weihnachts-, Urlaubs-, Geburtstagszeit war mein Ziel, nur zu halten. Das hab ich geschafft.

Dass ich eine Pause machen wollte, hatte zum einen damit zu tun, weil es sich eben um diese klassische Fress-Zeit im Jahr handelte und ich mir nicht die Motivation versauen wollte.
Zum anderen auch damit, dass ich durch den relativ schnellen Gewichtsverlust auf einmal so wohl und schlank fühlte, soviel Komplimente bekam und mich so am Ziel fühlte. 
Dass ich mit dem BMI über 27 noch immer im Übergewichtsbereich war, bzw. bin, konnte ich nicht mehr spüren, sondern fand mich im Gegenteil so schön und fit.
Da wusste ich, ich muss eine Pause einplanen, damit mein inneres "dickes Ich" mit den schnöden Zahlen auf der Waage wieder Schritt halten kann. Ich musste wieder Motivation haben.
Und jetzt bin ich soweit, dass ich wieder merke, dass da noch viel zu tun ist. Ich sehe wieder die dicken Backen und den Bauch und die breite Mitte. Jetzt kanns weitergehen.

15 kg to go. Wenns mir gar zu schwer fällt, 11 kg. Denn mit Anfang 60 gefiel ich mir eigentlich ganz gut, und die Risiken (ich fürchte mich davor, dass der Diabetes mal ohne SS wiederkommt) sind dann ja auch nicht mehr sehr hoch.

Aktuelles Nachher:
Hier krieg ich die Fotos nicht nebeneinander, aber das ist derselbe Rock in Ü90 enger gemacht auf 74 kg.



Es gab da ausserdem mal eine Diskussion in den fettlogik-Kommentaren (Oder hat Nadia die Frage selbst gestellt? Weiss nicht mehr), dass die Umwelt oft so Sachen sagt wie :"oh, du wirst ja noch mal ganz verschwinden", " Jetzt reichts dann aber Mal", "Pass auf, dass du nicht in die Magersucht abrutscht".
Meine 5 Cents dazu: ich glaube, dass das in der Hauptsache die Sehgewohnheiten sind.
Als ich damals von den 56 auf die 72 hochgeklettert bin, haben Leute zu mir gesagt, dass ich auseinander gehe vom Rauchen aufhören, dass ich einen Rubenskörper habe u.ä.
Heute, beim fast gleichen Gewicht, nur von oben nach unten erreicht, höre ich die oben erwähnten Sprüche. Und seit ich jetzt die 2 Monate Pause gemacht habe, haben diese Sprüche auch aufgehört.
Ich denke, die Leute gewöhnen sich an die Erscheinung.

*soll heissen, dass sie sich ohne irgendwelchen zeitgeistlichen oder ideologischen Bezüge einfach total sachlich an die Tatsachen hält (und das auch noch unterhaltsam und gut zu lesen). Soweit ich das beurteilen kann, sind wir typenmässig und weltanschaulich sehr weit auseinander. Und trotzdem konnte ich alles annehmen, dickes Plus, danke dafür!




Im Übrigen, falls das eine offene Frage bleibt: Der Fettlogik-Blog und die Community drumherum ist ja auch recht sportaffin. Ich kann leider dem Sport gar nix abgewinnen und lebe eher nach dem "vom Turnen in die Urnen"-Motto. Das Gewicht ging also nur über die Ernährungskomponente weg.
Weil ich aber ein vernüftiges Mädchen bin, mach ich ab und zu irgendwelche Kraftübungen ohne Geräte und geh spazieren. Aber das trau ich mich nicht laut als Sport bezeichnen, das sag ich nur leise, wenn ich mit meinem Mann alleine bin....

Donnerstag, 28. Januar 2016

Früher oder später kriegen sie dich....

...und jetzt haben sie mich gekriegt.
Lange Zeit habe ich nur konsumiert und still gelesen. Ganz wenige Kommentare abgegeben, zwei bis drei E-Mails an Bloggerinnen geschrieben und natürlich Muriels Podcasts gehört.
In dem Spezial-Podcast von der Annäherung Süd erzählt Julia von Cut and Baste, wie sie sich nach einer Zeit passiven Konsumierens wie eine Stalkerin vorkam, und genau so gings mir auch. Es wird zunehmend seltsamer, fremde Menschen zu "kennen", und die wissen gar nicht, wer da mitliest.
Somit ist das hier mein Schritt aus der "Unsichtbarkeit".
Aber wie im Titel angedeutet, ist es schon auch so, dass das Sehen der entstandenen Werke und das Fehlen von Handarbeiterinnen im realen Leben, unheimlich Lust darauf macht, selbst mitzumischen im kuscheligen Paralleluniversum der Näherinnen und Strickerinnen.
Mit Leuten sich auszutauschen, die es nicht komisch finden, stundenlang über Wolle, Stoffe und Schnittmuster zu plaudern, die die Schlaflosigkeit kennen, wenn man von Ideen und Inspirationenn wachgehalten wird und die auch diese Befriedigung fühlen, selbst etwas geschaffen zu haben, was man GENAU SO haben wollte. Ihr kennt das.

Das Selbermachen an sich begleitet mich schon seit meiner Kindheit, aber nähen für mich tue ich so richtig erst seit ca. 1,5 Jahren.
In meiner Familie haben immer fast alle irgendwie gewerkelt, Oma und Mama und Tanten haben gestrickt, gehäkelt und gestickt, Papa hat (Leder)tasche(n?) genäht, es wurde gekocht, gebacken, eingekocht usw., aber richtig genäht hat niemand.
Und das wollte ich aber seit Jugend an lernen. Meine Mutter hat mir als Teenager einen Nähkurs geschenkt, den hab ich damals aber nicht fertig gemacht, weil 1000 andere Dinge interessanter waren.
Im Anschluss daran entstanden im Alleingang und im Abstand von Jahren dann diverse Kleidungsstücke, aber die meisten waren dann Teile für den Altkleidersack oder wurden gar als "Stofffetzen-zum-Basteln-Spenden-für -den-Kindergarten" entsorgt.
Seit 1999 hatte ich die burda abonniert und immer wieder durchgeblättert, bewundert, gewünscht. Aber grau ist alle Theorie und vom Zeitschriften lagern alleine kann man sich noch nicht anziehen.

Im letzten Herbst hab ich dann wieder einmal versucht, anzufangen, mir ohne Kurs und Talent selbst das Nähen beizubringen. Und dabei hat mir youtube weitergeholfen. Und die google-Suche brachte mich auf diverse Blogs.
Und hier muss ich nochmal den Spezialpodcast zitieren. Stella sagt darin: ".. und da bin ich in ein Kaninchenloch gefallen..." Genau so war es. Ich wanderte von Link zu Link, von Blog zu Blog und war total begeistert, was es alles gibt. Aber wem erzähl ich das, die meisten Nähbloggerinnengeschichten ähneln sich an diesem Punkt.

.meikes Blog war der erste den ich so richtig gelesen habe, wo ich ein Bild der dazugehörigen Frau bekam und deren Aussage -damals die "Verjeansung der Welt"- ich so richtig zustimmen konnte.

Von crafteln.de aus kam ich dann bald auf Catherines Blog und dieser Blog ist ja so ne Schlüsselstelle. Ich hab ihn sofort von vorn bis Ende durchgelesen. Diese Fundgrube an Motivation, tolltolltoll.
Ein paar Monate lang habe ich mich dann aus der Nähbloggerwelt wieder entfernt, dafür daheim im Kämmerlein endlich mal wirklich genäht und nicht nur theoretisiert. Zum ersten mal auch Sachen, die ich tragen konnte und wollte. Auch für Andere und Kinder hab ich Sachen fabriziert.

Aber weil ich so alleine im Bekanntenkreis diesem Hobby fröne, führte mit der Zeit kein Weg dran vorbei, wieder auf die Blogs zu gehen. Und seitdem... siehe oben.

Und nun, schaun wir mal, wo das hinführt.

Hier noch eine kleine Nachricht an Julie, die erste Kommentatorin: Diese Übersetzung bezieht sich  tatsächlich auf die Erwähnung der Siegeskränze der 24 Ältesten. Ich nehme an, das hast du vermutet ;-)

Liebe Grüsse!

Montag, 25. Januar 2016


altgriechisch "stephanos":  der Kranz, die Krone